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Was ist Clickertraining und warum wird es im Hundetraining eingesetzt?

Was ist ein Clicker?

Ein Clicker ist ein kleines, auf Knopfdruck Klickgeräusche produzierendes Werkzeug im Tiertraining. Das Prinzip ähnelt einem Knackfrosch. Clicker sind in allen möglichen Farben und Formen erhältlich. Der Clicker wird auch als so genannter Marker bezeichnet, weil er korrektes/ erwünschtes Verhalten „markert“.

 

Wie funktioniert Clickertraining?


Das Grundprinzip ist denkbar einfach: Erwünschtes Verhalten wird belohnt und damit verstärkt. Verhalten, das verstärkt wird, zeigt der Hund häufiger und gerne. Mit dem Clicker kann man sehr schnell und punktgenau auch kleine Bewegungen, komplexe oder spontan auftretende Verhaltensweisen verstärken. So lernt der Hund rasch Neues.

 

Kann man mit jedem Hund Clickertraining machen?

 

Ja! Es gibt kein zu alt oder zu jung! Ich clickere auch schon mit Welpen. Die Lernerfolge gehen rasend schnell! Und Sie sollten einmal sehen, wie manch Seniorenhund aufblüht, wenn er endlich mal wieder etwas lernen darf, zum Nachdenken gebracht wird oder Eigeninitiative entwickeln kann! Für ängstliche Hunde kann der Clicker auch erst einmal in der Hosentasche bedient werden. Es gibt aber auch extra leise Modelle (Soft-Clicker), die für schreckhafte Vierbeiner geeignet sind. Einzige Ausnahme beim Clickertraining sind gehörlose Hunde.

 

Wie lernt der Hund, was ein Clicker ist?


Zuerst wird der Hund auf den Clicker konditioniert. Das funktioniert nach den Regeln der klassischen Konditionierung: Der Clicker ist dabei der neutrale Reiz, der für den Hund zunächst keinerlei Bedeutung hat. Wird das Klickgeräusch jedoch häufig hintereinander unmittelbar mit einem Leckerli präsentiert, verknüpft der Hund das Geräusch mit der Belohnung. Das Futter ist dabei der Primärverstärker, der Clicker wird zum Sekundärverstärker. Solche Sekundärverstärker gibt es ziemlich viele im Hundealltag. Die meisten wurden gar nicht absichtlich eingeführt. Ein typischer (unbeabsichtigter) Sekundärverstärker, der dem Hund eine Belohnung ankündigt, ist beispielsweise das Knistern der Leckerlitüte oder der Griff in die Jackentasche.

 

Und dann?


Ist der Hund auf den Clicker konditioniert, kann man erste einfache Übungen mit dem Hund machen. Am besten fragt man bereits Erlerntes ab.

Beispiel: „Sitz“ --> Hund setzt sich --> Click + Leckerli.
Dann kann man den Clicker drinnen und draußen im Training zunächst ohne Ablenkung ausprobieren. Ist der Hund beim Click gleich zur Stelle, hat er verstanden, worum es geht.

Clickertraining Clicker Hundetraining Weltstadt mit Hund
Clicker gibt es in allen möglichen Ausführungen, Farben und Lautstärken.

 

Was sind die Vorteile des Clickers?

  • Der Clicker hört sich immer gleich an und ist damit ein eindeutiges Signal für den Hund. Damit ist er auch dem Markerwort überlegen.
  • Der Clicker kann auch auf Entfernung Verhalten markern und dem Hund damit anzeigen, dass er etwas richtig macht.
  • Clickertraining ist aufgrund der Schnelligkeit der Belohnung ungeheuer effektiv. Es macht den Hunden großen Spaß und ist leicht verstehbar für den Hund.
  • Ein großes Problem im Hundetraining ist, dass der Mensch meistens zu langsam ist. Der Clicker verbessert das Timing und ist damit ein wichtiges Hilfmittel für den Menschen.
  • In der Verhaltenstherapie und im Umgang mit schwierigen oder ängstlichen Hunden ist der Clicker eine gute Methode, Verhalten zu belohnen, ohne dem Tier zu nahe kommen zu müssen.
  • Der Clicker fördert Kreativität, weil der Hund Ideen entwickeln und auch eigenständig Verhalten anbieten kann.
  • Das Clickertraining kommt ohne Strafen aus. So wird die Bindung zum Halter gefördert und das Training ist positiv für Mensch und Hund.

 

Wichtige Clicker-Regeln

  1. Haben Sie Spaß! Pobieren Sie das Clickern in Ruhe mit einer einfachen Übung mit dem Hund aus. Haben Sie wirklich das geclickt, was Sie haben wollten? Lernt der Hund schnell? Versucht er aktiv herauszufinden, worum es geht?
  2. Achten Sie auf Ihr Timing! Das ist das Tolle am Clickertraining: Die Menschen werden ihren Hunden gegenüber viel wacher und aufmerksamer. Clicken Sie genau dann, wenn der Hund das Verhalten zeigt, das verstärkt werden soll.
  3. Dem Click folgt immer eine Belohnung!
    Für Kundinnen und Kunden empfehle ich meistens, das auch immer beizubehalten. Profis können zu einem späteren Zeitpunkt auch intermittierend verstärken (mal belohnen, mal nicht). Allerdings darf das Belohnungsverhältnis nicht zu niedrig sein, sonst verliert der Clicker seine Wirkung. Auch eine variable Belohnung ist möglich: Mal gibt es nach dem Click ein Leckerli, mal wird der Hund in ein Spiel entlassen, mal gibt es ein Suchspiel.
  4. Der Clicker ist kein Rückrufsignal. Wenn der Hund gerade auf andere Hunde zurennt und Sie clicken, verstärken Sie damit das „Auf die Hunde zurennen“! Vielleicht wird er umkehren, und sich sein Leckerli abholen. Aber er verknüpft die Belohnung mit der Aktion, bei der Sie geklickt haben!

Keine Angst!

 

Einige Menschen finden den Clicker "unpersönlich" und das Training "mechanisch". Wer aber einmal beobachtet hat, mit wie viel Feuereifer die Hunde dabei sind, der ist schnell vom Gegenteil überzeugt! Andere stört es, dass man "den Clicker immer mitschleppen muss". Das Argument lasse ich nicht gelten. Man nimmt auch die Leine und Leckerlis mit, der Clicker ist ein winziges Gerät, es gibt Clicker mit Armband, Fingerring oder als Trainingshandschuh. Außerdem: Man muss den Clicker ja nicht immer dabei haben. Und man muss ihn auch nicht immer einsetzen. Man kann ihn auch nur für bestimmte Trainingszwecke nutzen. Aber wer einmal anfängt, ist meist mit Freude dabei.
Das schöne am Clickertraining ist, dass Sie nicht wirklich viel kaputtmachen können. Im schlimmsten Fall verstärken Sie mal das falsche Verhalten oder bauen eine Verhaltenskette auf, die nicht beabsichtigt war. Das ist ärgerlich, aber auch wieder zu beheben. Denn im Gegensatz zu Strafmaßnahmen hat die Arbeit mit dem Clicker keine negativen Nebenwirkungen. Ist das nicht toll? ♥

Inhaberin: Isabel Boergen ♥ Hundetrainerin

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