Nasenarbeit: Objektsuche für Familienhunde

Die großartigen Leistungen von Hunden im Rettungs- und Polizeidienst faszinieren mich immer wieder. Deshalb möchte ich auch Familienhunden in meiner Hundeschule die Möglichkeit geben, ihre Nasen sinnvoll einzusetzen. Denn: Fast alle Hunde lieben Nasenarbeit. Eine schöne Möglichkeit, Hunde artgemäß auszulasten, bietet die Objektsuche. 

 

Für wen ist die Objektsuche geeignet?

 

Jeder Hund kann Sachen suchen! Es gibt keine körperlichen oder altersbedingten Einschränkungen.

 

Wo wird gesucht?

 

Gesucht werden kann überall: Ob im Haus, Garten, im Wald oder auf Feld und Wiesen. Zu beachten sind nur die Schwierigkeitsgrade der Verstecke: Im hohen Gras ist es schwerer, einen Gegenstand zu identifizieren, als im kurzen Gras. Auch in Gefäßen steigt der Geruch des Suchobjektes steil nach oben und ist so schwieriger zu finden.

 

Wie funktioniert die Objektsuche?

 

Als erstes wird ein Suchgegenstand ausgewählt. Dieses Objekt wird immer am gleichen Ort aufbewahrt, beispielsweise in einer Metalldose. Dort wird nichts anderes aufbewahrt und der Gegenstand kommt nur für die Suche zum Einsatz! Sie können nahezu jeden beliebigen Gegenstand auswählen, der ungefährlich für Ihren Hund ist und eine geeignete Größe aufweist, beispielsweise einen Schlüssel, ein Feuerzeug, ein kleines Stück Stoff oder einen Kugelschreiber. Wichtig: Es soll kein Futterdummy oder Spielzeug sein, sondern ein ganz gewöhnlicher Alltagsgegenstand!

 

Such- und Endesignal

 

Überlegen Sie sich ein Suchsignal, das Sie Ihrem Hund immer geben, wenn er auf die Suche geschickt wird. Das kann ein Wort- und/oder Handsignal sein. Sie sollten die Suchübungen immer mit einem Ende-Signal beenden, damit der Hund nicht weitersucht, nachdem Sie den Gegenstand weggepackt haben. Auch der Gegenstand sollte benannt werden, damit Sie später verschiedene Objekte in der Suche nutzen können.

 

Gegenstand konditionieren

 

Dann wird der Gegenstand konditioniert: Sie halten dem Hund den Suchgegenstand vor die Nase und belohnen ihn fürstlich. Das wiederholen Sie einige Male. Dann variieren Sie die Entfernung zum Objekt. Wenn der Hund sich darauf zubewegt, wird er am Objekt direkt belohnt.

 

Anzeige

 

Wählen Sie eine Anzeigeform: Der Hund soll beim Finden des Objektes durch ein bestimmtes Anzeigeverhalten mitteilen, dass er den Gegenstand gefunden hat. Bellen, Heranholen, einfrieren im Stehen, absitzen oder ablegen sind mögliche Anzeigeformen. Überlegen Sie vorher gut, welche Sie wählen. Das Heranholen des Besitzers oder ein Bellen auf Kommando kann unter Umständen mehr Trainingsaufwand bedeuten. Ein "Platz" im Regen oder auf eisigem Boden macht nicht jeder Hund mit. Zwingen Sie ihn nicht dazu, sonst verderben Sie die Freude an der Arbeit.

 

Das Suchfeld

 

Nun wird das Feld präpariert: Wählen Sie zu Beginn einen Steinhaufen oder ein selbst errichtetes "Trümmerfeld", in dem Sie das Objekt verstecken. So kann der Hund den Gegenstand nicht herauszerren, und Sie können die Anzeige üben. Das Feld können Sie ganz einfach selbst präparieren aus Pylonen, Gießkannen, Eimern, Kisten, Tupperboxen und sonstigen (ungefährlichen) Gegenständen. Zu Beginn darf der Gegenstand ruhig noch ein wenig sichtbar sein, dann wird er immer schwieriger versteckt, so dass der Hund seine Nase einsetzen muss.

Um sicher zu gehen, dass der Hund nicht Ihren Geruch sucht, sollten Sie Handschuhe tragen oder immer mal wieder verschiedene Helfer hinzuziehen, die den Gegenstand verstecken.

 

Wer einen tieferen Einblick in die vielfältigen Beschäftigungsmöglichkeiten mit der Hundenase bekommen möchte, kann ja mal den Kurs Nasenarbeit bei mir ausprobieren. Als Buchtipp empfehle ich außerdem immer gerne Das große Schnüffelbuch von Viviane Theby. Ich freue mich auf Euch!

 

Inhaberin: Isabel Boergen ♥ Hundetrainerin

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